Typewritten letter from Jakob Scheu to Alfred Spitzer
Albertina, Vienna
ESDA ID
1481
Nebehay 1979
1407, nicht transkribiert/not transcribed
Credit line
Albertina, Vienna, Inv. ESA 639
Place
Vienna
Date
4th March 1918 (handwritten)
Material/technique
Typewriter on paper
Dimensions
29,2 x 22,9 cm (sheet)
Transcription
[Vermerk des Empfängers:] 5. III. 1918
Wien, den 4. März 1918
In Sachen: Holub-Schiele
Sehr geehrter Herr Kollega [!]!
Nach meinen Erhebungen hat die gegenwärtige Aus-
stellung der „Secession“ [1] für Herrn Egon Schiele einen be-
deutsamen künstlerischen und materiellen Erfolg gebracht.
Er ist demnach zweifellos in der Lage, die noch immer aus-
stehende Forderung meines Klienten, des Herrn Holub, [2] end-
lich zu begleichen.
Ich ersuche Sie höflichst, Herrn Schiele nahezu-
legen, dass er diese alte Schuld gegenwärtig begleicht,
widrigenfalls ich die Exekution einleiten und ohne weite-
re Rücksicht durchführen müsste. Die Forderung meines Klien-
ten beziffert sich wie folgt:
Kapital 247 K[ronen]
5% Zinsen seit 1.1.1914 im bis heute stufen-
weise berechneten Betrage von 35 " 49
Fürtrag 282 K 49
||
Uebertrag 282 K 49
gerichtlich bestimmte Kosten 30 "
seither erlaufende Mahn- und Informationsspesen 20 "
332 K 49
Hierauf hat Herr Schiele bezahlt:
am 28.1. 1915 …………… 50 K
" 20.1. 1916 …………… 30 "
" 8.3. 1916 …………… 20 "
" 23.1. 1917 …………… 20 "
" 29.3. 1917 …………… 40 "
160 K
es verbleibt somit ein Restbetrag von 172 K 49 h. [Heller]
Zur Zahlung dieses Betrages gewähre ich dem Herrn
Schiele eine unwiderruflich letzte Frist von 8 Tagen.
Ich zeichne
mit kollegialer Hochachtung
Dr. Scheu
[von anderer Hand:]
gänzlich bezahlt!
Herrn
Dr. Alfred Spitzer
Hof- und Gerichtsadvokat
in Wien, I. Hohenstaufengasse 17
Wien, den 4. März 1918
In Sachen: Holub-Schiele
Sehr geehrter Herr Kollega [!]!
Nach meinen Erhebungen hat die gegenwärtige Aus-
stellung der „Secession“ [1] für Herrn Egon Schiele einen be-
deutsamen künstlerischen und materiellen Erfolg gebracht.
Er ist demnach zweifellos in der Lage, die noch immer aus-
stehende Forderung meines Klienten, des Herrn Holub, [2] end-
lich zu begleichen.
Ich ersuche Sie höflichst, Herrn Schiele nahezu-
legen, dass er diese alte Schuld gegenwärtig begleicht,
widrigenfalls ich die Exekution einleiten und ohne weite-
re Rücksicht durchführen müsste. Die Forderung meines Klien-
ten beziffert sich wie folgt:
Kapital 247 K[ronen]
5% Zinsen seit 1.1.1914 im bis heute stufen-
weise berechneten Betrage von 35 " 49
Fürtrag 282 K 49
||
Uebertrag 282 K 49
gerichtlich bestimmte Kosten 30 "
seither erlaufende Mahn- und Informationsspesen 20 "
332 K 49
Hierauf hat Herr Schiele bezahlt:
am 28.1. 1915 …………… 50 K
" 20.1. 1916 …………… 30 "
" 8.3. 1916 …………… 20 "
" 23.1. 1917 …………… 20 "
" 29.3. 1917 …………… 40 "
160 K
es verbleibt somit ein Restbetrag von 172 K 49 h. [Heller]
Zur Zahlung dieses Betrages gewähre ich dem Herrn
Schiele eine unwiderruflich letzte Frist von 8 Tagen.
Ich zeichne
mit kollegialer Hochachtung
Dr. Scheu
[von anderer Hand:]
gänzlich bezahlt!
Herrn
Dr. Alfred Spitzer
Hof- und Gerichtsadvokat
in Wien, I. Hohenstaufengasse 17
Annotations
[1] XLIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession, Wien, 01.03–01.04.1918.
[2] Rudolf Holub, Schneider.
[2] Rudolf Holub, Schneider.
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Albertina, Vienna
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Exhibitions
-
XLIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs SecessionVienna Secession, Vienna, 1st March–1st April 1918
PURL: https://www.egonschiele.at/1481