Diary entry made by Arthur Roessler
ESDA ID
3526
Nebehay 1979
Nicht gelistet/Not listed
Credit line
Wienbibliothek im Rathaus, Manuscript Collection, Inv. H.I.N. 163772
Date
14th March 1911 (handwritten)
Material/technique
Ink on paper
Transcription
14.III. Bei Dr. Reichel. [1] Dort: M. Opp. u. Maler Peschka; [2] letzterer kam mit ei.[nem] Bild von Schiele: „Beschneite
Felder“, [3] das er Dr. R. verkaufen wollte. Bild schlecht. S. hatte es Moll [4] geschickt, der Dr. R. erklärte, es nicht
zu verstehen. Um S. zu Geld zu verhelfen, trat ich das Bild „Vision“ [5] ab an Dr. R., der S. mehr als ich
dafür bezahlen kann. Ich gab S. 100 K.[ronen] dafür [xxx] Z. u. sagte: „Wenn Sie das Bild an jemand anderen
teurer verkaufen können, stelle ich es Ihnen sofort zur Verfügung“. Dr. R. zahlte dafür 200 K. – M. Opp.
wollte die Gelegenheit benützen mich gleich anzupumpen, was ihm mißlang. Ich hatte mit Opp.
vereinbart, daß er mir bei entsprechender Aufzahlung für den gr.[oßen] weibl.[ichen] Akt, den ich für mein
mißglücktes u. vernichtetes Porträt bekam, u. den ich wegen seiner Größe nicht hängen kann, das
Bildnis meiner gel.[iebten] Weibes [6] malen soll. Opp. versuchte das bisher viermal vergeblich. Ich bezahlte
für die Leinwand u. Farbe 10 K., Opp. gab ich 20 K. Vorschuß. Nun steht das begonnene, aber in
den Anfängen verquälte [?] Bild seit Tagen im Badezimmer. „Sie bekommen von mir erst dann
wieder Geld, wenn Sie das Porträt meiner Frau vollendet haben“, sagte ich Opp. – denn wenn er das
Geld zuvor bekommt, malt er das Bild nie fertig.
Felder“, [3] das er Dr. R. verkaufen wollte. Bild schlecht. S. hatte es Moll [4] geschickt, der Dr. R. erklärte, es nicht
zu verstehen. Um S. zu Geld zu verhelfen, trat ich das Bild „Vision“ [5] ab an Dr. R., der S. mehr als ich
dafür bezahlen kann. Ich gab S. 100 K.[ronen] dafür [xxx] Z. u. sagte: „Wenn Sie das Bild an jemand anderen
teurer verkaufen können, stelle ich es Ihnen sofort zur Verfügung“. Dr. R. zahlte dafür 200 K. – M. Opp.
wollte die Gelegenheit benützen mich gleich anzupumpen, was ihm mißlang. Ich hatte mit Opp.
vereinbart, daß er mir bei entsprechender Aufzahlung für den gr.[oßen] weibl.[ichen] Akt, den ich für mein
mißglücktes u. vernichtetes Porträt bekam, u. den ich wegen seiner Größe nicht hängen kann, das
Bildnis meiner gel.[iebten] Weibes [6] malen soll. Opp. versuchte das bisher viermal vergeblich. Ich bezahlte
für die Leinwand u. Farbe 10 K., Opp. gab ich 20 K. Vorschuß. Nun steht das begonnene, aber in
den Anfängen verquälte [?] Bild seit Tagen im Badezimmer. „Sie bekommen von mir erst dann
wieder Geld, wenn Sie das Porträt meiner Frau vollendet haben“, sagte ich Opp. – denn wenn er das
Geld zuvor bekommt, malt er das Bild nie fertig.
Annotations
[1] Oskar Reichel, Internist (1869–1943).
[2] Max Oppenheimer (1885–1954); Anton Peschka (1885–1940).
[3] Nicht identifiziert.
[4] Carl Moll (1861–1945).
[5] Vision, 1911, K PXV.
[6] Ida Roessler, geb. Lange (1877–1961).
[2] Max Oppenheimer (1885–1954); Anton Peschka (1885–1940).
[3] Nicht identifiziert.
[4] Carl Moll (1861–1945).
[5] Vision, 1911, K PXV.
[6] Ida Roessler, geb. Lange (1877–1961).
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