Maschinenschriftlicher Brief von Max Jaffé an Egon Schiele
Albertina, Wien
ESDA ID
1325
Nebehay 1979
1248, mit Abb., nicht transkribiert/with illustration, not transcribed
Bestandsnachweis
Albertina, Wien, Inv. ESA 26 a, 26 b
Ort
Wien
Datierung
31.07.1917 (eigenhändig)
Material/Technik
Schreibmaschine auf Papier
Maße
29,2 x 22,7 cm
Transkription
Wien, 31. Juli 1917
Wohlgeboren
Herrn Egon Schiele,
Wien.
In der Anlage gestatte ich mir Ihnen Faktura über die letzten
Aufnahmen und Kopien im Betrage von
K[ronen] 313.60 zu behändigen und bemerke bezüglich der in Rechnung
gestellten Retouche, daß es sich hier nicht um Retouche im eigentlichen
Sinne des Wortes handelt, sondern hauptsächlich darum, daß bei der einfa-
chen Wiedergabe Ihrer färbigen Bilder unbedingt eine Nachhilfe notwendig
ist, die die verschiedenen Tonwerte zur Geltung bringt. Ich habe diese
Arbeit bei den Bildern, die für die Firma Lányi in Lichtdruck reproduziert
wurden, [1] selbstverständlich einkalkuliert gehabt, sie Ihnen aber bei der
ersten Partie der Bilder, die nur photographiert wurden, in entgegenkom-
mender Weise nicht in Anrechnung gebracht. Inzwischen hat aber die un-
bedingt notwendig gewordene genaue Revision meiner Gestehungskosten er-
geben, daß die Reproduktion Ihrer Bilder, abgesehen von allem andern, mit
viel mehr Schwierigkeiten verbunden sind, als gewöhnliche Originale, sodaß
der Preis, den ich Ihnen in Anrechnung brachte, meine Selbstkosten nicht
||
deckt. Infolgedessen sehe ich mich genötigt auch die Retouche mit den
Selbstkosten für die darauf verwendete Zeit separat in Anrechnung zu
bringen.
Was nun die beiden Gemälde betrifft, die ich gestern übernom-
men habe, so bitte ich gefl. [gefälligst] zur Kenntnis zu nehmen, daß die
photographische Reproduktion auf Plattengröße 40/50 cm für
1 Bild, incl. der oben näher bezeichneten Retouche … K 45.–
äußerst kostet. Für den Transport berechne ich auch nur meine Selbstko-
sten, für Ueberstunden etc. insgesamt ……………………… K 10.–
Ich warte mit der Aufnahme der Gemälde bis übermorgen und er-
bitte mir für den Fall, als Sie mit dem Preis nicht einverstanden sein
sollten, nach Erhalt dieses Briefes Ihren telefonischen Bescheid.
Hochachtungsvoll
Max Jaffé
||
Wien, 31. Juli 1917
Faktura
Wohlgeboren Herrn Egon Schiele,
Wien. XIII.
Nachstehend unterbreite ich Ihnen meine Faktura über gemachte Reproduktionsar-
beiten im Betrage von Kronen 313.60
zur gefl. Liquidierung.
Hochachtungsvoll
MAX JAFFÉ
1917 31./7. phot. Reproduktion von 16 Originalen, auf Bildgr. cca.
21/27 cm, lt. Vereinbarung zu rechnen
4 Aufnahmen im Format 40/50 cm à 30.– K 120.–
für Retouche " [K] 40.–
je 3 kaschierte Kopien von 16 Bildern
– 48 Stück à 3.20 " 153.60
K 313.60
Wohlgeboren
Herrn Egon Schiele,
Wien.
In der Anlage gestatte ich mir Ihnen Faktura über die letzten
Aufnahmen und Kopien im Betrage von
K[ronen] 313.60 zu behändigen und bemerke bezüglich der in Rechnung
gestellten Retouche, daß es sich hier nicht um Retouche im eigentlichen
Sinne des Wortes handelt, sondern hauptsächlich darum, daß bei der einfa-
chen Wiedergabe Ihrer färbigen Bilder unbedingt eine Nachhilfe notwendig
ist, die die verschiedenen Tonwerte zur Geltung bringt. Ich habe diese
Arbeit bei den Bildern, die für die Firma Lányi in Lichtdruck reproduziert
wurden, [1] selbstverständlich einkalkuliert gehabt, sie Ihnen aber bei der
ersten Partie der Bilder, die nur photographiert wurden, in entgegenkom-
mender Weise nicht in Anrechnung gebracht. Inzwischen hat aber die un-
bedingt notwendig gewordene genaue Revision meiner Gestehungskosten er-
geben, daß die Reproduktion Ihrer Bilder, abgesehen von allem andern, mit
viel mehr Schwierigkeiten verbunden sind, als gewöhnliche Originale, sodaß
der Preis, den ich Ihnen in Anrechnung brachte, meine Selbstkosten nicht
||
deckt. Infolgedessen sehe ich mich genötigt auch die Retouche mit den
Selbstkosten für die darauf verwendete Zeit separat in Anrechnung zu
bringen.
Was nun die beiden Gemälde betrifft, die ich gestern übernom-
men habe, so bitte ich gefl. [gefälligst] zur Kenntnis zu nehmen, daß die
photographische Reproduktion auf Plattengröße 40/50 cm für
1 Bild, incl. der oben näher bezeichneten Retouche … K 45.–
äußerst kostet. Für den Transport berechne ich auch nur meine Selbstko-
sten, für Ueberstunden etc. insgesamt ……………………… K 10.–
Ich warte mit der Aufnahme der Gemälde bis übermorgen und er-
bitte mir für den Fall, als Sie mit dem Preis nicht einverstanden sein
sollten, nach Erhalt dieses Briefes Ihren telefonischen Bescheid.
Hochachtungsvoll
Max Jaffé
||
Wien, 31. Juli 1917
Faktura
Wohlgeboren Herrn Egon Schiele,
Wien. XIII.
Nachstehend unterbreite ich Ihnen meine Faktura über gemachte Reproduktionsar-
beiten im Betrage von Kronen 313.60
zur gefl. Liquidierung.
Hochachtungsvoll
MAX JAFFÉ
1917 31./7. phot. Reproduktion von 16 Originalen, auf Bildgr. cca.
21/27 cm, lt. Vereinbarung zu rechnen
4 Aufnahmen im Format 40/50 cm à 30.– K 120.–
für Retouche " [K] 40.–
je 3 kaschierte Kopien von 16 Bildern
– 48 Stück à 3.20 " 153.60
K 313.60
Anmerkungen
[1] Lányi-Mappe, 1917. Publikation des Verlages der Buchhandlung Richard Lányi, Mappe mit zwölf Zeichnungen von Schiele.
Motiv
Briefpapier: Kunstanstalt Max Jaffé Wien
Provenienz
Max Wagner, Wien
1954: Albertina, Wien (Legat)
1954: Albertina, Wien (Legat)
Eigentümer*in
Autor*in
Autor*in
Empfänger*in
Erwähnte Person
Erwähnte Institution
Abbildungsnachweis
Albertina, Wien
Verknüpfte Objekte
Bibliografie
-
Lányi/Schiele 1917Zeichnungen. Egon Schiele 1917. Im Verlage der Buchhandlung Richard Lányi Wien, Wien 1917 [Lányi-Mappe]
PURL: https://www.egonschiele.at/1325