Tagebucheintrag von Edith Schiele
Courtesy Kallir Research Institute, New York
ESDA ID
3469
Nebehay 1979
Nicht gelistet/Not listed
Bestandsnachweis
Courtesy Kallir Research Institute, New York
Ort
Neuhaus in Böhmen (Jindřichův Hradec)
Datierung
05.07.1915 (eigenhändig)
Material/Technik
Tinte auf Papier
Maße
24 x 19,5 cm
Transkription
Montag 5. Juli 1915.
Für Egon ist die ganze Militärgeschichte – zu viel,
er wird es sicher nicht aushalten, – er fühlt sich so
schwach, – wenn er krank wird, – wird er superarbitriert
– aber wenn er krank ist, leidet er doch, – also [durchgestr.: es] ist eins
so bös wie das andere.
Heute war er wieder von 6 bis ½ 8h bei mir, – mein
lieber guter Kerl, – wir haben uns die ganze Zeit –
lieb gehabt, – körperlich so nahe als möglich gewesen – • B.
Wenn er doch etwas länger von dieser Scheune weg sein
könnte, und zu hause schlafen dürfte, – wären die
Strapazen mit gutem Willen, ja noch mitzumachen.
Doch so, – 4h aufstehen, den ganzen vor u. nachmittag
Übungen und abends nur diese 1 ½ Stunden frei, es ist
dann für einen Menschen, wie Egon, doch zu viel.
Für Egon ist die ganze Militärgeschichte – zu viel,
er wird es sicher nicht aushalten, – er fühlt sich so
schwach, – wenn er krank wird, – wird er superarbitriert
– aber wenn er krank ist, leidet er doch, – also [durchgestr.: es] ist eins
so bös wie das andere.
Heute war er wieder von 6 bis ½ 8h bei mir, – mein
lieber guter Kerl, – wir haben uns die ganze Zeit –
lieb gehabt, – körperlich so nahe als möglich gewesen – • B.
Wenn er doch etwas länger von dieser Scheune weg sein
könnte, und zu hause schlafen dürfte, – wären die
Strapazen mit gutem Willen, ja noch mitzumachen.
Doch so, – 4h aufstehen, den ganzen vor u. nachmittag
Übungen und abends nur diese 1 ½ Stunden frei, es ist
dann für einen Menschen, wie Egon, doch zu viel.
Erfasst in
Vollständige Transkription abgedruckt in:
Edith Schiele: „Das Tagebuch. ‚Ich werde dieses Buch nicht Tagebuch heißen, – sondern Trostbuch‘“, in: Zeiten des Umbruchs. Egon Schieles letzte Jahre 1914–1918, hrsg. von Kerstin Jesse/Jane Kallir/Hans-Peter Wipplinger, Wien 2025, S. 50–77 (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien, 28.03.–13.07.2025).
Edith Schiele: „Das Tagebuch. ‚Ich werde dieses Buch nicht Tagebuch heißen, – sondern Trostbuch‘“, in: Zeiten des Umbruchs. Egon Schieles letzte Jahre 1914–1918, hrsg. von Kerstin Jesse/Jane Kallir/Hans-Peter Wipplinger, Wien 2025, S. 50–77 (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien, 28.03.–13.07.2025).
Eigentümer*in
Autor*in
Erwähnte Person
Abbildungsnachweis
Courtesy Kallir Research Institute, New York
Verknüpfte Objekte
PURL: https://www.egonschiele.at/3469